Customer Rating:      Summary: Unterhaltsam Comment: Dank des bunten Mixes aus guten und schlechten Bewertungen kann man schon ahnen, dass Frau Friedrichs ein echtes Reizthema erwischt hat. Wer an das Buch den Anspruch stellt, dass hier wissenschaftlich am Begriff "Elite" geforscht und definiert wird, hat aber falsche Erwartungen und sollte die Schuld dafür nicht der Autorin geben. Vielmehr wird sehr anschaulich dargestellt, dass der Begriff "Elite" scheinbar nicht mal von den betroffenen Personen zufriedenstellen definiert werden kann.
Selten habe ich erlebt, dass jemand in einem Buch so offen mit seinen eigenen Vorurteilen umgeht und auch, in meinen Augen, hinreichend darüber reflektiert. Jeder Leser sollte sich darüber klar sein, das es hier um Beobachtungen an - zu großen Teilen -selbst ernannten Elite-Instituten geht. Klar spielt Geld oft eine große Rolle, aber gerade am Beispiel Maximilianeum sieht man, dass das nicht durchgängig so ist. Die wichtigste Erkenntnis für den "elitefernen" Leser ist jedoch die Selbstoffenbarung der beschriebenen Personen, ihr mitunter abgehobenes Weltbild und mit welcher Anmaßung hier einige der Akteure sich zu höheren Lebenswegen berufen fühlen und diese Zukunft für sich beschreiben, anstatt einfach von "Karriere" und "viel Geld verdienen" zu reden. Von einseitiger Darstellung kann keine Rede sein, da häufig auch Gegenbeispiele gezeigt werden, unfreiweillige Internatsschüler oder Kinder, die gegen ihren Willen beim Tag der ofenen Tür von ihren ehrgeizigen Eltern durch die Burgen und Schlösser geschubst werden. Frau Friedrichs hat es gar nicht nötig etwas zu bewerten, ihre Beobachtungen nieder zu schreiben reicht völlig aus. Und genau das tut sie.
Dieses Buch ist im Kontext des allgemeinen Polit- und Mediengelabers von Chancengerechtigkeit, Eliteuniversitäten und Managamentkultur-Disukssionen ein unterhaltsamer und manchmal auch augenöffnender Beitrag. (Zitat eine interviewten Elite-Kandiaten: "Ich komme eher aus Hartz-IV-nahen Verhältnissen, mein Vater ist Arzt.") Es ist keine Bibel der Eliteforschung, hat diesen Anspruch aber auch nie gestellt.
Customer Rating:      Summary: Absolutes Bild-Niveau Comment: Julia Friedrich begibt sich in ihrem Buch auf die Suche nach der Definition des Begriffs "Elite", dabei scheint nach den ersten Seiten schon klar zu sein auf die Autorin abzielen möchte. Schon vor ihrer Reise hat sich Frau Friedrich auf ihre klischeehafte Definition eingeschossen: Elite = Geldadel
Statt Interviews über wirklich sozialpolitischen und gesellschaftlichen Themen zu führen um auf eine Definition zu stossen beschränkt sie sich auf simple Smalltalks mit Kindern aus reichem Elternhaus und ist danach noch überrascht, dass diese in teuren Clubs feiern und in exklusiven Urlaubszielen nächtigen. Ersteres hätte sich wohl bei weitem nicht so gut verkauft, so könnte das Buch auch den Titel tragen "Die Kinder der Reichen", gesponsert von RTL Exklusiv und der Bild-Zeitung.
In jedem Kapitel ist ihr Sozialneid deutlich zu erkennen und sie lässt keine Gelegenheit aus, die auf ihren Kurztrips besuchten Kinder der Oberschicht und des Geldadels auf oberflächliche Weise zu beschreiben um dann im Atemzug ihre gammlige WG oder ihre "normale" Kindheit in Gegensatz zu stellen. Sie erläutert wie Kinder mit finanziell gutem Background die Möglichkeit haben Internate und Privat-Hochschulen besuchen können und mit den dort geknüpften Beziehungen bessere berufliche Aussichten haben. Den Ausdruck Vitamin-B kennt ja jeder. Doch dabei werden einem Türen geöffnet, hindurch gehen muss man aber selber. Will meinen, die Leistungen muss man selber bringen. Frau Friedrichs ist der Meinung, jeder reiche Abkömmling könne sich auf Grund von Geld und Beziehungen einen Vorstandsposten sichern. Absolut naiv und kommt in der Wirtschaft so nicht vor.
Die Elite von morgen sind in meinen Augen Menschen mit Bildung, Leistungsbereitschaft, Engagement, sozialem Verantwortungsbewusstsein, Führungsqualitäten und vor allem Charakter und dem Willen etwas zu bewegen. Leider ist es richtig, dass nicht alle Menschen mit diesen Eigenschaften die Möglichkeiten erhalten Top-Positionen im Berufsleben einzunehmen da ihnen die Türen verwehrt bleiben. Doch möglich ist alles, was die Lebensläufe aktueller Vorstandsmitglieder der deutschen Wirtschaft beweisen.
Ich halte von diesem oberflächenlichen Buch gar nichts. Das Werk bekommt einzig und alleine einen Stern auf Grund der Tatsache, dass Frau Friedrichs sich scheinbar sehr viel Mühe gegeben hat ihre Abneigung gegen den Geldadel zu überwinden, viel gereist ist und sich schicke Klamotten zu gelegt hat um sich der "Parallelwelt" anzupassen.
Meine Empfehlung:
(1) Wer sich in der Wirtschaft, Karrieremöglichkeiten und in der Welt der guten Hochschulen auskennt kann das Buch lesen und schmunzeln. Mich bat eine Professorin das Buch zu lesen um meine Meinung zu hören, da ich an einer Hochschule studiere die zu den besten der Welt zählt. Mich hat das Buch eher wütend gemacht, da der Grössteil der Leser wahrscheinlich denkt mit Geld alleine kann man Karriere machen und die Kursrichtung der Wirtschaft von morgen bestimmen. Dabei ist vor allem eins wichtig: Hart Arbeiten und Studieren.
(2) Wer geil darauf ist zu erfahren, wo reiche Kinder in die Schule gehen und studieren und welche teuren Labels gerade angesagt sind sollte dieses Buch ebenfalls lesen.
Customer Rating:      Summary: Zwangslektüre fuer Personalchefs Comment: Es ist schon ein paar Wochen her, dass ich das Buch gelesen habe aber es ist noch immer ein komischer Nachgeschmack da.
Dies ist aber ganz bestimmt nicht negativ gemeint, denn der Nachgeschmack kommt von der Nähe zur Realität. Immer wieder stieß ich auf Parallelen zum "wahren Leben", auf Personen die leben und mir öfters über den Weg laufen. Die Angst die eigenen Kinder nicht in die Elite aufsteigen lassen zu können, denn die Macht wird die Elite sich nicht aus den Händen nehmen lassen, nicht von popeligen Kindern von Standart Gymnasien oder gar Gesamtschulen egal wie gut die Noten sind. Haben die Kinder ohne Golfsport, Tennis, Polo oder sonst einem Elite Hobby noch Chancen. Mein 12 jähriger Sohn antwortete seinem Lehrer nach der Aussage "Ihr müsst gute Noten haben um einen Job zu bekommen" - "Weniger gute Noten als gute Beziehungen".
Mein Tipp - Buch lesen - nichts vergessen - und im eigenen Job darauf achten dass man nach Eignung und gesundem Menschenverstand handelt und nicht danach wie stylisch und taff die Kiddies sind.
Customer Rating:      Summary: Zeit- und Geldverschwendung Comment: von einem Sachbuch und von gutem Journalismus erwarte ich, dass nicht nur Phänomene beschrieben werden, sondern dass genau die Phänomene der Anlass sind, um Hintergründe zu recherchieren.
Frau Friedrichs beläßt es bei den Phänomenen, indem sie beschreibt, wie es denn in vielen selbsternannten Eliteinstitutionen so zugeht - zum Beispiel an der European Busines School, in Salem oder in einer Nobeldisko. Dazu kann man dann nur sagen: Popper, die von Ihren reichen Eltern auf teure Schulen abgeschoben werden, hat es schon immer gegeben und Schicki-Micki-Diskos auch.
Was an dem Buch fehlt ist zum Beispiel mal
* ein Statement dazu, was Frau Friedrichs denn unter Elite verstehen würde - mindestens mal eine Arbeitsdefinition
* und genau die Hintergründe - ein paar Hypothesen, wie es dazu kommt, dass der "Elitebegriff" heute wieder häufiger verwendet wird.
* oder ein paar Erklärungsversuche dazu, warum sich der sog. moderne Feudalismus ausbreitet (sprich: Die Einkommensungleichheit nimmt zu, immer mehr Menschen steigen ab aus der Mittelschicht)
Solche Dinge interessieren mich als Leser weit mehr als, welche Klamottenmarke die Söhne und Töchter der Reichen denn tragen, die von Frau Friedrichs unter dem Stempel Elite geführt werden.
Was man dem Buch zugute halten muss: Wenigstens flüssig geschrieben ist es. Das ändert aber wenig daran, dass es was die Qualität der Hintergrundrecherchen anlangt auf dem Niveau von RTL Unterschichtfernsehen rangiert. Eine Seite im Feuilleton der ZEIT hätte es da auch getan.
Customer Rating:      Summary: Interessante Reise in die Kaderschmieden dieser Republik Comment: Julia Friedrichs begibt sich in ihrem Buch >>Gestatten: Elite<< auf Streifzug in die bekannten Privat(hoch)schulen dieser Republik: EBS, Bayerische Elite-Akademie, Maximilianeum, Schloss Neubeuern, Salem, WHU; einen kleinen Abschweifer gibt es dann noch zu Attac (wohl als Gegenpol). Sie macht auch einen kleinen Ausflug nach Harvard in die USA. Hier spricht sie mit Schülern/Studenten, Lehrern, Direktoren und schildert ihre Eindrücke. Ziel ist es >>Elite<< zu definieren oder was wird als >>Elite<< gesehen. Das Buch liest sich flüssig und ist sehr interessant. Gut auch, wie dargestellt wird, dass selbst im linken Spektrum >>Eliten<< entstehen. Schade ist, dass das Buch gegen Ende dann doch sehr wertend wird. Da geht dann der Vergleich in Richtung was ein Hartz IV Empfänger zur Verfügung hat und was so eine Ausbildung kostet. Das wäre nicht nötig gewesen.
Insgesamt gesehen bringt das Buch aber wenig Neues. Klar, passiert in der Welt viel über Kontakte und Netzwerke, das ist überall so. Ich finde es auch nicht verwerflich, wenn man das Geld hat, seine Kinder auf o.a. Einrichtungen zu schicken. Hier hätte die Autorin auch noch auf die Lebensläufe der Eltern gucken müssen. Zum Teil ist es enorm, was diese Eltern geleistet haben (Firma aufbauen, Arbeitsplätze schaffen usw.). Da man seinen Kindern immer das Beste ermöglichen möchte, ist es logisch.
Mir stellt sich auch die Frage, ob alle beschriebenen Erlebnisse immer so richtig sind. In dem Buch möchte beinahe jeder in die >>Unternehmensberatung- oder Investmentbank<<. Des Weiteren werden einige Figuren beschrieben im >>Joop-Mantel<< oder >>Boss-Sacko<<. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Kleidungsstücke von diesen Marken sind, aber ob man das so sieht von außen?
Ansonsten ist es sehr spannend hinter die Kulissen der Eliteschmieden zu gucken. Es würde mich interessieren was die Autorin mit den Bucherlösen anstellt. Vielleicht eröffnet sie eine Privatschule für Journalismus?
FAZIT: Lesen, aber eigenes Urteil über die Thematik fällen.
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